Meine Ausbildung und meine Liebe zum Theater
Verfasst von Catrin Jones
Catrin Jones ist Schauspiel The Center und Leiterin unseres Jugendtheaterensembles. Die gebürtige Waliserin hat Schauspiel Royal Welsh College of Music and Drama einen Bachelor of Arts (Hons) Schauspiel absolviert. In dieser Reihe geht sie der Frage nach, was Ensemble-Theater ausmacht und warum es für junge Darsteller wichtig ist, und gibt einen Einblick in die Arbeit des Jugendtheaterensembles am The Center.
Unterricht The Center
Meine Reise mit dem Theater begann schon in meiner Kindheit. Ich bin in Wales aufgewachsen und war schon immer in lokalen Theatergruppen und im Jugendtheater aktiv. Ich besuchte sowohl Stagecoach Swansea als auch das Young Actors Studio am Royal Welsh College of Music & Drama. Dort wurde meine Liebe zum Jugendtheater erst richtig geweckt. Ich habe hautnah erlebt, wie prägend ein kreativer Raum für junge Menschen sein kann – nicht nur als Ort, an dem sie ihre darstellerischen Fähigkeiten entwickeln können, sondern auch als Ort, an dem sie Selbstvertrauen, Freundschaften und ein Zugehörigkeitsgefühl aufbauen können.
Anschließend hatte ich das Glück, einen Studienplatz im BA (Hons) Schauspiel am Royal Welsh College of Music & Drama zu erhalten, wo ich drei Jahre lang meine Ausbildung absolvierte. Neben der Schauspielausbildung war das Theaterstückeschreiben ein Aspekt des Studiums, der mich besonders tief geprägt hat.
Im Rahmen unserer Abschlussprüfungen am Jahresende mussten wir ein eigenes, originelles Werk schaffen. Im ersten Jahr bedeutete dies, ein zwanzigminütiges Theaterstück zu schreiben, zu inszenieren und darin aufzutreten. Im zweiten Jahr wurde die Herausforderung auf ein fünfundzwanzigminütiges Stück ausgeweitet. Diese Werke wurden im Rahmen eines Festivals zusammen mit den Kreationen von rund 40 Schauspielkollegen präsentiert. Es war eine unglaublich fruchtbare und bereichernde Erfahrung, auch wenn es anfangs total einschüchternd war! Ich schätze mich sehr glücklich, die Gelegenheit und den Raum gehabt zu haben, meine eigenen Texte auf diese Weise aufzuführen. Es hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, eigenes Material zu entwickeln, auf die eigene kreative Stimme zu vertrauen und einfach loszulegen. Der erste Schritt besteht darin, seine Ideen festzuhalten und sie zu Papier zu bringen!
Dieser Prozess weckte auch meine Liebe zum Theaterstückeschreiben. Mir wurde klar: Wenn man Ideen hat, die man zu Papier bringen möchte, kann und sollte man das auch tun. So beängstigend es auch erscheinen mag, das Schreiben für das Theater ist eine der zugänglichsten kreativen Ausdrucksformen, die es gibt. Die Erfahrung, aus dem Nichts ein eigenständiges Werk zu schaffen und dabei zu sein, wenn es vor Publikum zum Leben erwacht, bleibt einer der wertvollsten Aspekte meiner Ausbildung.
Nach meinem Abschluss zog ich nach London, um mich Schauspiel zu widmen, und begann, an Castings teilzunehmen und als Schauspieler zu arbeiten. Im Juli 2023 zog ich nach Berlin und verliebte mich schnell in diese Stadt, die meiner Meinung nach zu den kreativsten der Welt gehört. Die internationale Theaterszene Berlins hat mich immer wieder inspiriert und mir ermöglicht, Theater aus völlig neuen Perspektiven zu erleben.
Meine Liebe zum Theater
Was ich am Theater am meisten liebe, ist seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen.
Da ich in Wales aufgewachsen bin, haben mich das walisische Theater und die dort entstehenden großartigen Stücke zutiefst inspiriert. Das Sherman Theatre spielte eine besonders wichtige Rolle dabei, mein Verständnis davon zu prägen, was Theater bewirken kann. Besonders geprägt haben mich Dramatiker wie Gary Owen und Kath Chandler, deren Stücke zeigten, wie man mit der Kraft des Erzählens komplexe Themen beleuchten kann.
Zwei Inszenierungen, die mich nachhaltig beeindruckt haben, waren „Iphigenia in Splott“ von Gary Owen und „Bird“ von Kath Chandler. Sie haben mir gezeigt, dass das Theater eine besondere Fähigkeit besitzt, uns etwas über die Welt um uns herum beizubringen, und wie wirkungsvoll die Bühne als Mittel sein kann. Ich habe beide Stücke zum ersten Mal gesehen, als ich noch ein Teenager war, und ich kann mich an fast jeden einzelnen Moment der beiden Stücke erinnern.
Seit meinem Umzug nach Berlin hat sich meine Liebe zum Theater weiterentwickelt. Vor allem habe ich wieder eine Verbindung zum Musiktheater gefunden, das für mich einer der ersten Kontakte zur darstellenden Kunst war. Durch Ensembles wie Encore! Musicals Berlin habe ich die Freude, die Energie und das Gemeinschaftsgefühl wiederentdeckt, die das Musiktheater hervorbringen kann.
Ob es nun um klassische Theaterstücke, improvisierte Stücke, Jugendtheater oder Musicals geht – was mich nach wie vor am meisten begeistert, ist die Fähigkeit des Theaters, Menschen miteinander zu verbinden. Es schafft einen Raum, in dem Geschichten geteilt, Stimmen gehört und große Emotionen auf allen Ebenen spürbar werden können. Ich glaube wirklich nicht, dass es etwas Schöneres gibt.
Aus all diesen Gründen freue ich mich unglaublich darauf, The Center Ensemble“ zu leiten und gemeinsam mit seinen Mitgliedern ein neues Theaterstück zu entwickeln. Das Jugendtheater spielte auf meinem eigenen kreativen Weg eine enorm wichtige Rolle, und die Möglichkeit, jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten im Geschichtenerzählen zu entwickeln, bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich sehr darauf, das Ensemble unter Einbeziehung meiner Erfahrungen im Schauspiel im Theaterstückeschreiben sowie im Sinne des Geistes dieses Programms anzuleiten, während wir eine originelle Produktion schaffen, die fantasievoll und ambitioniert ist und die beteiligten jungen Menschen widerspiegelt.